Trier zeigt, wie Holzbau vorangeht
Trier zeigt, wie Holzbau vorankommt und wie aus regionalen Erfahrungen Lösungen für ganz Deutschland entstehen können.
Bei meinem Besuch der Schwerpunktregion Holzbau Trier im Meulenwaldhaus stand deshalb nicht nur die bisherige Arbeit der Region im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie es weitergehen kann.
Seit zwei Jahren arbeiten Kommunen, Handwerk, Forschung und Forst in Trier eng zusammen. Gemeinsam wurden 19 Infrastrukturmodule entwickelt, Machbarkeiten untersucht und konkrete Projekte auf den Weg gebracht. Dabei geht es um mehr als einzelne Bauvorhaben: Die Schwerpunktregion soll zeigen, wie Holzbau in der Praxis einfacher, wirtschaftlicher und selbstverständlicher werden kann. Was hier funktioniert, soll auch anderen Kommunen, Planenden und Unternehmen helfen.
Ein wichtiges Zukunftsthema ist dabei die Frage, wie wir mit Kalamitätsholz umgehen. Trockenheit und Schädlinge setzen auch unseren Eichen zu. Müssen geschädigte Bäume gefällt werden, entsteht eine sogenannte Kalamitätseiche. Dieses Holz ist viel zu wertvoll, um es grundsätzlich nur energetisch zu verwerten. Wir wollen deshalb stärker untersuchen, wie sich Kalamitätseiche konstruktiv als Baustoff nutzen lässt.
Dafür gibt es noch einiges zu klären: Wo kann das Holz sinnvoll eingesetzt werden? Welche Produkte und Konstruktionen eignen sich? Welche Forschung und Erprobung ist noch notwendig? Und vor allem: Wie schaffen wir es, dass aus guten Modellprojekten irgendwann ganz normale Baupraxis wird? Genau hier kann die Schwerpunktregion Trier einen wichtigen Beitrag leisten.
Die erfolgreiche Arbeit soll deshalb über das Jahr 2026 hinaus fortgesetzt werden. Für die kommenden drei Jahre sind seitens des Bundes weitere Mittel im Haushaltsentwurf vorgesehen. Gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz wollen wir damit die Voraussetzungen schaffen, die Erfahrungen aus Trier weiterzuentwickeln und in die Fläche zu tragen. Was hier erprobt und entwickelt wird, soll andernorts das Bauen mit Holz leichter machen und somit einen Beitrag zu einer klimafreundlichen und zukunftsfähigen Baupraxis leisten.



